
Cuiseaux 1868
- La Baule 1940
Der Künstler Edouard Vuillard besucht auf Drängen Roussels, einem seiner Mitschüler im Lycée Condorcet, die Ecole des Beaux-Arts und tritt in die Klasse von Jean-Léon Gérôme ein. In dieser Zeit besucht Vuillard regelmäßig den Louvre, um vor allem Werke von den Künstlern Raffael, Rembrandt, Tizian, Jan Vermeer und Jean-Baptiste-Siméon Chardin zu studieren. Im Jahr 1888 wechseln Vuillard und Roussel auf die Académie Julian über und begegnen dort mit Denis, Bonnard, Ibels, Vallotton, Ranson und Sérusier. Vuillard nimmt ab 1890 regelmäßig an den Treffen der "Nabis" teil, einer Gruppe von jungen Künstlern, zu denen unter anderem auch Denis und Bonnard gehören. Gemeinsam mit den "Nabis" beginnt er auszustellen und die Gruppe findet erste Beachtung durch die Kunstkritik. Inspiriert durch japanische Farbholzschnitte, die Malerei Paul Gauguins und den Pointillismus Georges Seurats folgt für den Maler eine Phase des Experimentierens, die ihn zu seinem eigenen Stil führt. Dieser zeichnet sich besonders durch radikale Ornamentalisierung und ein neues Konzept des Bildraums aus, wobei die farbliche Gestaltung eine besondere Rolle spielt. Zeitgleich widmet sich Vuillard mit der Idee des Gesamtkunstwerkes, um die Malerei in die Architektur einfließen zu lassen. Zudem gehört der Künstler zu den Erneuerern der Druckgrafik im 19. Jahrhundert. Seine verschiedenen Themen findet Vuillard in nächsten Umgebung, dem Kreis seiner Familie und dem seiner Freunde. Im Jahr 1899 findet die letzte Gruppenausstellung der "Nabis" bei Durand-Ruel statt. Nach dem Jahr 1900 folgen Darstellungen des eleganten und modischen Ambientes der Pariser Gesellschaft. Vuillard stellt ab 1903 kontinuierlich in der Galerie Bernheim jeune aus sowie sporadisch im Salon des Indépendants und im Salon d'Automne, den er mitbegründet hat. Die Sommermonate verbringt der Künstler in der Bretagne und in der Normandie. Er verlässt 1940 Paris, flüchtet vor den heranrückenden Truppen und verstirbt wenig später, am 21. Juni, in La Baule. Edouard Vuillards Werke hängen weltweit in den bedeutenden Museen, im Jahr 1977 wird sein Oeuvre mit einer Ausstellung im Seibu Museum of Art in Tokio geehrt und im Jahr 1990 findet eine Retrospektive im Musée des Beaux-Arts in Lyon statt.